Praxis
Wie auch schon bei der P3 zeigen wir euch hier ein paar Beispiele, was die Wärmebildkamera Thermal Master P4 bzw. die zugehörige Software leisten kann. Letztere ist bei der Kombination der beiden Sensoren noch wichtiger, denn letztlich entscheiden die Algorithmen, wie gut beide Bilder übereinander liegen.
Nicht nur der Infrarotsensor zwischen P3 und P4 ist identisch, auch die Möglichkeiten der Temperaturmessungen mit Linien, Kreisen, Punkten usw. sind gleich. Wer sich primär dafür interessiert, sollte sich den Test der Thermal Master P3 ansehen.
- Thermal Master P4 – Optisches Bild der Edelstahlpfanne
- Thermal Master P4 – Edelstahlpfanne mit Linienerkennung
- Thermal Master P4 – Optisches und Infrarot-Bild der Edelstahlpfanne
Als erstes Versuchsobjekt dient eine (Edelstahl-)Bratpfanne auf einem Induktionsfeld. Dabei fallen direkt zwei Dinge auf: Das Abstrahlverhalten ist alles andere als optimal, eine korrekte Temperatur über den Infrarotsensor zu messen ist fast unmöglich. Zum anderen sind die Kontraste zwischen Pfanne und Induktionsfeld hervorragend, sodass die Software die Kanten gut erfassen kann.
- Thermal Master P4 – Optisches und Infrarot-Bild der Edelstahlpfanne
- Thermal Master P4 – Optisches und Infrarot-Bild der Edelstahlpfanne
Es gibt insgesamt vier Bildmodi, die ihr auswählen könnt: Nur optisches Bild, nur Infrarot, eine Kantenerkennung im optischen Bereich, welche dann in das Infrarotbild übertragen wird, oder ein übereinander gelegtes Bild beider Sensoren, bei dem ihr die Gewichtung beider Bilder anpassen könnt. Die KI erkennt nicht immer die korrekte Entfernung zum Objekt und legt dadurch die Bilder nicht korrekt übereinander. Hier könnt ihr manuell eingreifen und anhand von markanten Bereichen die Kalibrierung durchführen.
- Thermal Master P4 – KI ermittelt den Offset der beiden Kameras
- Thermal Master P4 – Manuelles anpassen des Offsets
Generell sind Kühlboxen immer ein schönes Anschauungsobjekt. Diesmal nutze ich die von uns getestete Ecoflow Glacier Classic für die Aufnahmen. Man sieht sehr schön, ob die Kühlbox Schwachstellen in der Isolierung hat bzw. wo sie Wärme abstrahlt. Erfreulich ist, dass sie scheinbar sehr gut Isoliert ist.
- Thermal Master P4 – Ecoflow Glacier Classic
- Thermal Master P4 – Ecoflow Glacier Classic
- Thermal Master P4 – Innenwände der Ecoflow Glacier Classic
Im Gegensatz zu der vorherigen Aufnahme einer günstigen Kompressorkühlbox kann man bei der Glacier Classic keine einzelnen Kühlrohre auf den Aufnahmen erkennen. Wir wissen nicht, wie Ecoflow die Kühlung konstruiert hat, aber die Innenwände werden wesentlich gleichmäßiger gekühlt.
- Thermal Master P4 – reines IR-Bild
- Thermal Master P4 – Kantenerkennung und -einblendung
- Thermal Master P4 – Beide Bilder übereinander gelegt, Betonung auf IR
- Thermal Master P4 – Beide Bilder übereinander gelegt, Betonung auf optisch
Was auf jeden Fall auffällt, ist ein Fehler in der Bildabspeicherung: Die Isotherme wird immer wie bei einem Hochkantbild abgespeichert, wodurch eventuell Teile von Messdaten nicht mehr lesbar sind. Das sollte sich aber durch ein Software-Update seitens des Herstellers beheben lassen.














Ich habe zuvor das P3-Modell dieser Marke getestet, und das wirkte sehr gut. Dieses hier arbeitet ähnlich und ist positiv zu bewerten. Es ist klein und leicht. Es erreicht die Genauigkeit von hochwertigen militärischen Feldgeräten nicht, deren Preisklasse völlig anders ist (Tausende statt nur einige Hundert). Im Vergleich dazu ist dieses Gerät sehr kompakt, handlich und erschwinglich. Für die meisten Nutzer reicht es vollkommen aus. Einfache Bedienung und schnelle Einrichtung. Insgesamt ist es sehr praktisch und komfortabel in der Anwendung.
Ich habe den Thermal Master P4 über die ganze Nacht und den Tag genutzt und muss sagen, er ist absolut brillant. Die Auflösung von 512 × 384 ist großartig und bietet ein Detailniveau, das in dieser Preisklasse deutlich über allem anderen liegt. Das Bild ist scharf und klar, sodass sich feine Details sehr leicht erkennen lassen, die kleinere Sensoren einfach übersehen würden.
Die Einrichtung war sehr einfach: Ich habe das Gerät einfach in den USB-C-Anschluss meines Android-Smartphones gesteckt, und es wurde sofort erkannt. Keine komplizierte Kalibrierung oder zusätzliche Schritte notwendig, um es in Betrieb zu nehmen.
Das Dual-Objektiv ist ein echtes Highlight und ein echter Gamechanger für meine Arbeit. Durch die Kombination der Wärmebilddaten mit einem normalen Bild kann man genau sehen, welches Bauteil überhitzt, ohne raten zu müssen. Ich habe es kürzlich verwendet, um einen defekten Sicherungsautomaten in einem überfüllten Sicherungskasten zu finden, und es war sehr beeindruckend, die Wärmeentwicklung an bestimmtem Kabel zu sehen. Die Wärmeempfindlichkeit ist ebenfalls erstaunlich – sie liegt bei 0,035 °C, und das merkt man wirklich. Ich konnte die Wärmeabdrücke meiner Hand auf einem Tisch noch Minuten nach dem Wegnehmen erkennen, was wirklich beeindruckend ist.
Der Temperaturbereich ist ebenfalls sehr großartig und reicht von –20 bis 600 Grad. Ich habe dieses Gerät getestet, indem ich die Hitze meines Herdes gemessen und anschließend die Dichtungen meines Gefrierschranks überprüft habe. In beiden Fällen waren die Messwerte konsistent und zuverlässig. Das Gerät selbst wirkt sehr robust und hochwertig verarbeitet, mit einem Metallgehäuse, das problemlos in einem Werkzeugkoffer transportiert werden kann. Außerdem wird eine Schutzhülle mitgeliefert, was ein schönes Extra ist. Die App läuft flüssig und bietet viele verschiedene Farbpaletten sowie Analysefunktionen wie Punktmessungen und Flächenmittelwerte. Es ist ein fantastisches Werkzeug sowohl für Profis als auch für Heimwerker Deshalb würde ich es jedem empfehlen, der eine hochwertige Wärmebildlösung sucht.