Microsoft hat überraschend angekündigt, den Support für Windows 10 über das ursprünglich geplante Ende hinaus zu verlängern. Verbraucher erhalten im Rahmen des Extended Security Updates (ESU)-Programms bis zum 12. Oktober 2027 weiterhin kostenlose Sicherheitsupdates. Damit verschiebt sich das endgültige Support-Ende für das Betriebssystem um ein weiteres Jahr.
Die Verlängerung betrifft ausschließlich Sicherheitsupdates. Teilnehmer des ESU-Programms erhalten auch nach dem offiziellen Support-Ende im Oktober 2026 weiterhin Patches für neu entdeckte Schwachstellen und kritische Sicherheitslücken. Neue Funktionen, Designänderungen oder Leistungsverbesserungen wird Microsoft für Windows 10 hingegen nicht mehr veröffentlichen.
Um an dem Programm teilzunehmen, müssen sich Nutzer mit einem Microsoft-Konto registrieren. Microsoft hatte den Anmeldeprozess zuletzt insbesondere für Anwender im Europäischen Wirtschaftsraum vereinfacht, nachdem die ursprünglichen Anforderungen auf Kritik gestoßen waren.
Mit der Verlängerung reagiert Microsoft auf die weiterhin hohe Verbreitung von Windows 10. Trotz intensiver Werbekampagnen und der Einführung neuer Copilot+-PCs nutzen weltweit noch Millionen Anwender das inzwischen zehn Jahre alte Betriebssystem. Auffällig ist zudem die Formulierung des Unternehmens: Microsoft spricht ausdrücklich vom Wechsel auf einen „neuen Windows-PC“. Der Hintergrund ist offensichtlich, denn zahlreiche bestehende Windows-10-Rechner erfüllen die offiziellen Hardware-Anforderungen von Windows 11 nicht und können daher nicht ohne Weiteres aktualisiert werden.
Seit dem Start von Windows 11 vor ziemlich genau fünf Jahren sorgen die verschärften Systemvoraussetzungen für Diskussionen. Microsoft verlangt unter anderem TPM 2.0, Secure Boot sowie vergleichsweise aktuelle Prozessoren. Viele technisch weiterhin leistungsfähige PCs fallen dadurch aus dem offiziellen Support heraus, obwohl sie für alltägliche Aufgaben problemlos ausreichen würden.
Verbraucherschützer und Umweltorganisationen kritisieren diese Anforderungen seit Jahren. Ihrer Ansicht nach beschleunigen die Upgrade-Vorgaben den Austausch funktionierender Hardware und erhöhen unnötig den Elektroschrott. Zwar existieren inoffizielle Möglichkeiten, Windows 11 auch auf nicht unterstützten Systemen zu installieren, Microsoft übernimmt dafür jedoch keine Garantie und kann den Support jederzeit einschränken.
Die zusätzliche Supportlaufzeit verschafft Nutzern vor allem mehr Planungssicherheit. Wer seinen bestehenden Windows-10-PC noch einige Zeit weiterverwenden möchte, bleibt bis Oktober 2027 gegen neu entdeckte Sicherheitslücken geschützt und muss nicht sofort neue Hardware anschaffen.
An seiner langfristigen Strategie ändert Microsoft jedoch nichts. Das Unternehmen setzt weiterhin auf Windows 11 und zukünftige Hardwareplattformen, die die modernen Sicherheitsanforderungen erfüllen. Die Verlängerung des ESU-Programms ist daher weniger als Kehrtwende zu verstehen, sondern vielmehr als Eingeständnis, dass der Umstieg auf Windows 11 deutlich langsamer verläuft als ursprünglich erwartet.
Quelle: Microsoft Windows Blog

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