K6-2 Overclocking - Seite 2

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Vorgehensweise

Als erstes sollte man sich über seine durch das Motherboard und den Prozessor selbst begrenzten Optionen im Klaren sein. Die CPU verträgt nur eine bestimmte Maximalspannung, die beim Board eingestellt werden kann. Außerdem wird ein 300 MHz Prozessor sicherlich nicht einfach mit 600 MHz getaktet werden können.
Das Motherboard gibt dem System die Taktfrequenz des Front Side Bus (FSB) und den Multiplikator vor, aus den beiden sich dann der Systemtakt berechnet. Die Einstellung des FSB hat aber auch Auswirkungen auf andere Systemkomponenten wie Cache, Speicher, AGP- und PCI-Karten, Festplatten etc. So bedeuten bespielsweise 115 MHz Bustakt, daß L2-Cache und Memory mit eben diesen 115 MHz statt der üblichen 100 MHz klarkommen müssen. Können sie das nicht, kann höchstens noch mit verschiedenen BIOS-Einstellungen versucht werden, das System stabil zu bekommen. Das würde an dieser Stelle aber zu weit führen und empfehle ich auch nicht, da hier die gewonnene Leistungssteigerung wieder verloren gehen kann.
Zurück zum 115 MHz FSB: das bedeutet, daß der AGP-Bus mit 77,6 statt 66 MHz und der PCI-Bus mit 38,8 statt mit 33 MHz läuft. Das müssen Grafik-, Sound- und Netzwerkkarte bzw. Festplatte erstmal vertragen. Hier hilft nur ausprobieren.

Mein Test-(und Heim-)System besteht aus:

CPU AMD K6-2/350 normal mit 3,5 x 100 MHz FSB bei 2,2V getaktet;
verträgt ungefährliche 2,1 bis 2,3V;
2,4V geht meistens, 2,5V ist gefährlich und kann die Lebensdauer der CPU erheblich verkürzen
Mainboard Asus P5A ermöglicht Multiplikatoren von 1,5 bis 5,0x, Spannungen von 2,0 bis 3,5V und FSB Taktfrequenzen von 60 bis 120 MHz

Das gibt einem schon eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Wie fängt man denn nun am Besten an?

Zunächst sollte man testen, welchen höchsten FSB die Systemkomponenten vertragen können. Um auszuschließen, daß der Grund für einen Ausfall in der CPU liegt, sollte selbige gleichzeitig underclockt werden. So habe ich mit 120 MHz x 2,5 = 300 MHz angefangen, die Geschwindigkeit des FSB langsam gesenkt, dabei mehrere Multiplikatoren und Spannungen getestet, wobei ich aber 2,3V nicht überschritten habe, da meine Mittel für den monatlichen Neukauf einer CPU nicht ausreichen.
Übrigens, eine ausreichende Kühlung des Prozessors sollte insbesondere bei höheren Voltzahlen obligatorisch sein. Allerdings reicht dazu ein wenig Wärmeleitpaste und ein normaler Kühlkörper mit Ventilator oben drauf aus. Der K6-2 wird längst nicht mehr so heiß wie sein Vorgänger K6.
Zur Kontrolle der Temperaturen von CPU und Mainboard legt ASUS seinem P5A Mainboard geschickterweise das Programm PC Probe bei.

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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