Matrox Parhelia-512 – High Fidelity Graphics - Seite 6

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Qualität: 10bit-GigaColor

Aktueller Standard für die Farbdarstellung auf dem Desktop eines PCs sind 24bit. Jedes einzelne Pixel bzw. seine Farbe setzt sich aus den sogenannten RGB-Werten zusammen (Rot-Grün-Blau), wobei jeder der drei Farbwerte durch eine 8bit-Zahl (0-255) repräsentiert wird. Stehen alle drei RGB-Werte auf 255, ergibt sich als Ergebnis die Farbe Weiß. Sind alle drei auf Null, wird das Pixel schwarz angezeigt. Mit allen Zwischenstufen ergeben sich insgesamt 256x256x256=16.777.216 Farben.


Zusammensetzung der RGB-Farbwerte
Zusammensetzung der RGB-Farbwerte

Matrox erweitert die Farbtiefe mit dem Parhelia-512 nun auf 10bit pro Kanal. Hört sich für den Ungeübten nicht viel mehr als 8bit an, ist aber trotzdem ein großer Schritt. Während eine 8bit-Zahl maximal die Dezimalzahl 256 darstellen kann, ist es bei einer 10bit-Zahl immerhin 1024, also eine viermal so große Zahl.
Bei 10bit pro Farbkanal (30bit Farbtiefe) ergibt sich damit eine Gesamtzahl der darstellbaren Farben von 1.073.741.824 (=1024x1024x1024), mehr als eine Milliarde Farben und insgesamt 64mal soviele Farben wie bei 24bit Farbtiefe!

Diese 10bit pro Farbkanal sind übrigens ein Feature der kommenden DirectX 9 Programmierschnittstelle von Microsoft. Zwar räumt Matrox ein, dass der Parhelia-512 nicht komplett DX9-kompatibel ist, aber um sich wenigstens in Teilbereichen auf die nächste DirectX-Version abzustimmen, war 10bit GigaColor unumgänglich. Die Konkurrenz von ATI und nVidia wird dies voraussichtlich auch bieten.

Das Konzept von 10bit-GigaColor zieht sich durch die gesamte Technologie des Matrox Parhelia-512.


Farbdarstellung
Farbdarstellung von GPU über Speicher und RAMDAC zum Monitor

Intern rechnet die GPU bei JEDER Operation mit 10bit, sowohl bei 2D-, 3D- als auch der Video-Darstellung. Im Grafikspeicher werden die Farbinformationen der einzelnen Pixel im 10bit-Format abgelegt. Auch die verwendeten RAMDACs sowie der integrierte TV-Encoder beherrschen die 10bit-Genauigkeit pro Farbkanal.

Man fragt sich natürlich, ob 30bit Farbtiefe 1) notwendig ist und 2) zukünftig unterstützt wird. Schließlich ist das menschliche Auge zur direkten Unterscheidung schon von 16,7 Mio. Farben (24bit Farbtiefe) nicht in der Lage.
Matrox führt als Beispiel die Farbverläufe insbesondere bei der Darstellung des Himmels oder von Wasser an, also überall dort, wo bestimmte Flächen aus einer Vielzahl von Schattierungen einer einzigen Farbe bestehen. Solche Bereiche besitzen bei genauerem Hinschauen oder einer Nahansicht selbst bei 24bit Farbtiefe keine ganz flüssigen Farbübergänge.


Unterschied zwischen 8bit und 10bit Darstellung
Unterschied zwischen 8bit und 10bit Darstellung

Beispiele für Bilder mit solchen kritischen Farbverläufen wären laut Matrox die folgenden:

10bit GigaColor Beispiel 1 10bit GigaColor Beispiel 2 10bit GigaColor Beispiel 3


Daneben sollen nach Angaben des Hersteller durch 10bit-GigaColor alle Bilder einfach besser aussehen und eine „reichere Farbpalette“ bieten. Außerdem würden Filme und DVDs durch die Mehrzahl der Farben naturgetreuer wirken.

Was die Unterstützung angeht, so führt Matrox die wachsende Verbreitung von 36bit-, 42bit- und sogar 48bit-Farbscannern sowie Digitalkameras an, deren Bilder auch schon bis zu 14bit pro Farbkanal bieten. Außerdem unterstützt Microsoft seit DirectX 8.1 Texturformate mit Farbinformationen von 10bit pro Kanal. Künftige Versionen von DirectX werden darüberhinaus Higher-Color Rendering ermöglichen.

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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