Intel & Nvidia: Lizenzabkommen

Nvidia bekommt x86-Lizenz zum Bau von CPUs, Intel unterstützt CUDA

Aufgrund seiner Marktführerschaft wird Intel von den Wettbewerbshütern sowohl in Nordamerika als auch Europa kritisch beäugt. In den USA läuft derzeit ein Verfahren der Aufsichtsbehörde FTC gegen Intel wegen Missbrauchs seiner dominierenden Position. Ein Vorschlag der FTC lautet, dass Intel die x86-Lizenz für andere Hersteller freigibt – und Intel pariert. Heute berichten mehrere Quellen, dass Intel und Nvidia ein weitreichendes Lizenztauschabkommen unterzeichnet haben, das beiden Partnern weitreichende Rechte einräumt.

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Das neue Cross-Licensing-Agreement zwischen Intel und Nvidia geht sehr viel weiter als bisherige Vereinbarungen dieser Art. In der Vergangenheit durfte Nvidia Chipsätze für Intels Prozessoren auf den Markt bringen, jetzt sind sogar Entwicklung und Verkauf von x86-kompatiblen CPUs eingeschlossen. Nun kann Nvidia also endlich eigene x86-Prozessoren bauen, an denen man gerüchteweise schon seit Jahren arbeitet.
Auf der anderen Seite erhält Intel Lizenzen für einige Technologien von Nvidia im Bereich GPGPU-Computing einschließlich CUDA. Der Marktführer hat damit nun auch die Möglichkeit, leistungsfähige Grafiktechnik in seine Chipsätze und CPUs zu integrieren.
In die Core i3 und i5 Clarkdale Prozessoren hat Intel eine Grafikeinheit eingebaut, die nicht für aktuelle 3D-Games oder Spiele in höherer Auflösung geeignet ist. Das soll sich in Zukunft ändern. Unter dem Codenamen „April Falls“ werden Intel und Nvidia eine gemeinsame CPU mit vergleichsweise hochperformanter integrierter Grafik und gleichzeitig hoher GPGPU-Fähigkeit für z.B. Physikberechnungen oder Video-Transcoding entwickeln. Damit dürfte AMDs Fusion Produkten, ebenfalls ein Hybrid aus CPU und GPU, ein ernstzunehmender Konkurrent erwachsen. Da das Projekt April Falls aber erst am Anfang steht, gibt es noch keine konkreten Informationen.
Man darf auch gespannt sein auf die Auswirkungen der engen Zusammenarbeit von Intel und Nvidia z.B. auf die herrschenden Standards bzw. Firmen-eigenen Standards. Mit ihrer großen Marktpräsenz könnten die beiden Hersteller Microsoft dazu bewegen, geschlossene Technologien wie CUDA weitreichender zu unterstützen, was möglicherweise zum Nachteil von ATI Stream oder sogar dem offenen OpenCL Standard gereicht.
Die Wettbewerbshüter dürften dagegen wenig einzuwenden haben, schließlich kam der Vorschlag zur Lizenzvergabe für x86-CPUs ursprünglich von der FTC und Lizenzabkommen sind ohnehin nicht ungewöhnlich. Auch AMD und Intel schließen regelmäßig welche ab. Deshalb darf AMD z.B. Intels Befehlserweiterung SSE3 nutzen und Intel kam damit an die x64-Technik von AMD heran. Nur AMD selbst dürfte das Lizenztauschabkommen von Intel und Nvidia sehr argwöhnisch betrachten.

UPDATE:
Wie viele Leser in den Kommentaren bereits angemerkt haben, handelt es sich bei dieser Meldung natürlich um einen Aprilscherz, den wir in diesem Jahr in einer konzertierten Aktion zusammen mit unseren Freunden von Tom’s Hardware, Hardwareluxx und TecChannel in die Welt gesetzt haben, um der Geschichte etwas mehr Gewicht zu geben. Wie oft heute deshalb bei Intel und Nvidia die Telefone geklingelt haben, ist allerdings nicht überliefert. 😉

Quelle: Eigene

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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