Microsoft Xbox One: Die Bilanz nach einem Jahr

Erstes Jahr mit vielen Höhen und vielen Tiefen

Mittlerweile ist die Spielekonsole Microsoft Xbox One fast auf den Tag genau ein Jahr lang erhältlich: Am 22. November 2014 erschien das Gerät zum Preis von 499 Euro mit dem Sensor Kinect in Deutschland. Mittlerweile kostet die Xbox One in der Regel nur noch 449 Euro. Zudem ist die Plattform nach einem überraschenden Rückzieher Microsofts auch ohne Kinect zum Preis von ca. 390 Euro zu haben. Doch wie sieht die Bilanz der Konsole aus? Für Microsoft und seine Xbox One war das erste Jahr ereignisreich und voller Höhen und Tiefen.

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So erzielte die Sony Playstation 4 konstant höhere Verkaufszahlen und auch generell eine positivere Berichterstattung. Microsoft hatte es sich mit der Community nämlich bereits vor dem Launch verscherzt, als noch eine Sperre für den Verkauf gebrauchter Spiele sowie die nahezu permanente, erzwungene Online-Anbindung Themen waren. Erst aufgrund der massiven Proteste der Gamer änderte Microsoft seine Strategie. Doch die Skepsis blieb und die Sony Playstation 4 verkaufte sich selbst in den USA, wo Microsoft mit der Xbox 360 noch dominieren konnte, deutlich besser als die Xbox One. Teilweise kamen auf eine verkaufte Xbox One zwei verkaufte Playstation 4.

Verantwortlich war unter anderem der höhere Verkaufspreis der Xbox One – 499 Euro statt 399 Euro für die PS4. Dies lag an dem Sensor Kinect, den Microsoft als „essentiell“ für die Erfahrung an der Xbox One bezeichnete. Auch hier schwenkte der Konzern aber Mitte 2014 komplett um und bietet die Plattform seitdem auch ohne Kinect an. Verantwortlich sind neben den Verkaufszahlen das geringe Interesse der Entwickler und Gamer an der Kombination aus Kamera sowie Bewegungs- und Sprachsteuerung.

Eine weitere Schlappe handelte sich Microsoft mit dem Verweis auf die Cloud-Fähigkeiten der Xbox One ein: Man tönte, für eine Xbox One kämen in der Cloud sozusagen vier weitere dazu, welche die Berechnungen der Konsole unterstützen könnten. In der Praxis merkt man davon bisher nichts und seit Monaten schweigen die Redmonder zu diesem Thema. Stattdessen laufen derzeit viele Spiele auf der PS4 in 1080p auf der Xbox One aber nur mit 900p. Verantwortlich sind die potentere GPU der PS4 sowie deren GDDR5-RAM, der deutlich schneller arbeiten kann als die Kombination aus DDR3 und eSRAM in der Xbox One.

Doch nach den Preissenkungen und Titeln wie dem hervorragenden „Sunset Overdrive“ fängt sich die Microsoft Xbox One und sichert sich Plätze in den Herzen der Gamer. Updates haben den Funktionsumfang der Konsole erweitert und erlauben beispielsweise mehr Anpassungen der Oberfläche sowie den Genuss von Blu-ray 3D. Auch die Initiative „Free Games with Gold“ will Microsoft ausbauen und seinen Kunden verstärkt Mehrwerte bieten. Summa Summarum beginnt die Xbox One sich von den Problemen der Anfangstage zu lösen und nimmt mehr und mehr Fahrt auf. Sony dagegen schwächelt derzeit vor allem bei den Exklusivtiteln und benötigt einen System-Seller. Genau hier könnte Microsoft ansetzen und in der Werbung die Software betonen, welche mehr und mehr auch für die Xbox One spricht.

Quelle: Eigene

André Westphal

Redakteur

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