Xiaomi Mi Mix 2S im Test: High-End Smartphone mit Dual-Kamera - Seite 4

Nachfolger des Mi Mix 2 punktet mit Snapdragon 845 & gutem Preis-Leistungsverhältnis

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Display und Kamera

Während das Xiaomi Mi Mix 2S im Bezug auf die Leistung gegenüber dem Mi Mix 2 einen gehörigen Sprung nach vorne gemacht hat, bleibt im Bezug auf das Display hingegen alles beim Alten. Weiterhin setzt Xiaomi auf einen IPS-Bildschirm mit einer nativen Auflösung von 2160×1080 Bildpunkten auf 5,99 Zoll Diagonale. Legt man das Xiaomi Mi Mix 2S direkt neben ein Mi Mix 2, stellt man nur minimale Unterschiede fest, die aber wohl eher der Abnutzung des älteren Geräts geschuldet sein dürften.

Somit könnte man nahezu den Text wiederholen, der bereits in unserem Test des Mi Mix 2 prangte. Allerdings steigen mit den Jahren auch die Ansprüche: Für das Mi Mix 2S hätte Xiaomi also gerne bei der Auflösung etwas nachlegen dürfen. Alternativ wäre ein Wechsel zur AMOLED-Technik, den der Hersteller etwa für das gerade erst eingeführte Mi 8 vorgenommen hat, ebenfalls willkommen gewesen. Was bleibt, ist ein guter Bildschirm im Format 18:9, der allerdings weder mit dem Xiaomi Mi 8 noch anderen Flaggschiffen wie dem Samsung Galaxy S9 oder dem LG G7 ThinQ mithalten kann.

Wie schon 2017 dem Mi Mix 2 muss man dem Xiaomi Mi Mix 2S aber 2018 zugute halten, dass dieses Smartphone-Flaggschiff deutlich günstiger ist als das Gros der Premium-Konkurrenz. So ist das Display wirklich gut, spielt aber eben nicht in der absoluten Oberklasse mit. Denn auch HDR oder Dolby Vision glänzen weiterhin durch Abwesenheit. Dafür bleibt die maximale Helligkeit überzeugend, denn das Mi Mix 2S ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut lesbar – besser sogar als manches Konkurrenzmodell, wie etwa das HTC U12+. Auch die Farbwiedergabe gefällt, denn sie ist sehr neutral, aber für Interessierte natürlich auch in den Systemeinstellungen noch anpassbar.

Zwar hat Xiaomi sich beim Display des Mi Mix 2S gedacht, das man da lieber alles beim Alten belasse, bei der Hauptkamera wiederum hat der chinesische Hersteller aber gehörig nachgebessert. Die Single-Kamera des Vorgängers weicht einer Dual-Kamera mit 12 plus 12 Megapixeln. Dadurch beherrscht das Mi Mix 2S nun etwa auch den beliebten Porträtmodus, bei welchem der Hintergrund mit einer Tiefenunschärfe versehen wird. Optische Bildstabilisierung soll Videos aufwerten.

Dabei knipst man mit dem Xiaomi Mi Mix 2S ohne große Mühe schöne Fotos, die allerdings den Wow-Effekt der Bilder vermissen lassen, die etwa mit einem Huawei P20 Pro, einem Samsung Galaxy S9 oder auch einem HTC U12+ gelingen. So sind die Kontraste schwächer, die Farben zurückgenommener. Das Mi Mix 2S knipst recht neutrale Bilder, wie man auch der obigen Galerie entnehmen kann.

Der Porträtmodus des Mi Mix 2S arbeitet eher durchschnittlich, wenn man nach den Standards des Jahres 2018 urteilt. So meckert die Kamera-App trotz passenden Abstandes gerne und kann mal die Unschärfe für den Hintergrund anlegen, einen Sekundenbruchteil später dann aber plötzlich nicht mehr – trotz gleicher Position. Ansonsten hilft die Software gekonnt nach, macht aber bei komplexeren Gebilden ab und zu Fehler. Davor ist aktuell noch kein Smartphone gefeit.

Es fällt dabei auf, dass die mit dem Xiaomi Mi Mix 2S geknipsten Fotos etwas mehr Bildrauschen enthalten, als man das vielleicht von der Konkurrenz gewohnt ist. Dafür wird aber weniger nachgefiltert und die Detailwiedergabe ist überdurchschnittlich. Zudem kann man im Übrigen einen KI-Modus zuschalten, der in der App auch ein eignes Symbol erhalten hat. Tatsächlich erkannte jener im Test etwa Gebäude, Pflanzen oder Personen und passte die Settings entsprechend an. Die Unterschiede zum einfachen Automatikmodus wirken auf uns aber geringfügig.

Eine Enttäuschung ist im Gegensatz zur Hauptkamera die Frontkamera: gleicher Sensor wie beim Mi Mix 2S mit 5 Megapixeln. Zudem bleibt es dabei, dass man das Smartphone drehen muss, wenn man Selfies knipst. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass die Frontkamera am Kinn des Mi Mix 2S sitzt. Wie schon beim Mi Mix 2 liefert die Frontkamera deswegen insgesamt eher moderate Ergebnisse. Neu ist immerhin, dass sich neben extremen Schönheits-Filtern die Tiefenunschäfe für den Hintergrund auch bei der Frontkamera zuschalten lässt. Doch ansonsten hätte Xiaomi definitiv nachbessern sollen.

André Westphal

Redakteur

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