Intel Core i9-10980XE: Erster Test

Neue High-End Desktop 18-Kern-CPU kann Ryzen 9 3900X nicht immer schlagen

Anfang diesen Monats hatte Intel seine neue Core X-Serie von High-End Desktop (HEDT) CPUs vorgestellt, jetzt gibt es den ersten Testbericht des Topmodells, dem Core i9-10980XE mit 18 Kernen. Dabei zeigte sich diese „Cascade Lake-X“ CPU kaum schneller pro Kern als Vorgänger „Skylake-X“ und fällt beim Gaming auch hinter den AMD Ryzen 9 3900X mit 12 Kernen zurück.

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Intel zielt mit dem Core i9-10980XE allerdings nicht vorrangig auf PC-Spieler, sondern auf Enthusiasten, Content-Entwickler und professionelle Anwender, die beim Arbeiten auch die höhere Speicherbandbreite nutzen können, denn die Core X-Serie bietet eine vierkanalige Speicherschnittstelle, während herkömmliche Desktop-Prozessoren auf ein Dual-Channel RAM-Interface setzen, um die Kosten niedriger zu halten. Gleichzeitig hat Intel aber wohl erkannt, dass Konkurrent AMD deutlich aufgeholt hat mit Ryzen und Threadripper, so dass die neue Core X-Serie nur noch zum praktisch halben Preis kommt wie Vorgänger „Skylake-X“.

Vor allem bei Rendering und Simulationen kann sich der Core i9-10980XE vor den Ryzen 9 3900X setzen. Allerdings vorrangig aufgrund seiner 50 Prozent mehr Kerne (18 statt 12) und dabei beträgt der Vorsprung selten wirklich 50 %. Das düfte daran liegen, dass AMD bei seinen CPUs höhere Taktraten bei einer größeren Anzahl von Kernen fährt, während Intel hier früher drosselt. Die Speicherbandbreite gibt Intel in diversen Benchmarks wie 7-Zip aber Vorteile.

Beim Gaming und bei Gaming-bezogenen 3D-Benchmarks liegt der Core i9-10980XE nur knapp vor dem Ryzen 9 3900X, z.B. im CPU-lastigen Physik-Test von 3DMark Fire Strike. Das bestätigt den letzte Woche durchgesickerten Vergleich, bei dem der im November erscheinende Ryzen 9 3950X mit 16 Kernen in diesem Benchmark-Test vor dem Core i9-10980XE liegt. In normalen Gaming-Benchmarks fällt der Core i9-10980XE teilweise sogar hinter Core i7 und Core i5 aus früheren Generationen zurück, wenn die Anzahl der Kerne weniger entscheidend ist als die Taktfrequenz pro Kern.

Weitere Benchmark-Ergebnisse sind im unten verlinkten Testbericht von Lab501 aus Rumänien zu finden.

Quelle: lab501.ro

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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