Intel droht Sammelklage wegen 7-nm

Verschiebung neuer Fertigungstechnik verärgert Aktionäre

Letzte Woche hatte Intel Verzögerungen bei der Einführung der neuen Fertigungstechnik im 7-nm-Prozesss verkünden müssen, die sich nun um zwölf Monate nach hinten verschiebt. Nach den Problemen mit der Einführung der 10-nm-Produktion führte dies zu einem stark sinkenden Aktienkurs und verärgerten Investoren, die sich nicht ausreichend informiert sehen.

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Mittlerweile ist der Börsenkurs von Intel seit letzten Donnerstag, dem Tag der Bekanntgabe der letzten Quartalsergebnisse, von über 60 US-Dollar auf mittlerweile rund $48 gesunken – ein Rückgang von 20 Prozent. Einer der Gründe dafür ist natürlich die geichzeitig verkündete Aufschiebung der 7-Nanometer-Fertigung, so dass die einst hochgelobte Chip-Herstellung von Intel nach den Verzögerungen bei der Massenproduktion in 10-nm-Technik mittlerweile als ernstes Problem beim PC-Marktführer angesehen wird. Im letzten Jahr hatte Intel auf seiner jährlichen Investorenkonferenz noch erklärt, dass die ersten Chips aus der 7-nm-Fertigung im Jahre 2021 ausgeliefert werden. Intel-Chef Bob Swan hatte den Investoren allerdings letzte Woche erklären müssen, dass es Probleme mit dem 7-nm-Prozess gebe, die die ersten Chips daraus auf Ende 2022 oder Anfang 2023 verschieben.

Nun darf sich Intel auf eine Sammelklage in den USA vorbereiten, denn die darauf spezialisiertes >Anwaltskanzlei Hagens Berman ruft die Aktionäre jetzt dazu auf, ihre Verluste zu dokumentieren und sich bei ihnen zu melden. Der Vorwurf: Intel habe die Aktionäre nicht frühzeitig genug und ausreichend über Probleme bei der Einführung der 7-nm-Fertigung informiert – was zu den Pflichten einer Aktiengesellschaft gehört.

Gleichzeitig suchen die US-Rechtsanwälte aber auch nach Informanten, die über nicht-öffentliche Insider-Informationen verfügen, diese zwar eigentlich nicht preisgeben dürfen, aber nun bei der Untersuchung der Vorfälle helfen könnten. Die US-Aufsichtsbehörde SEC („Securities and Exchange Commission“) hatte für solche Fälle zuvor bereits ein „SEC Whistleblower Progam“ ins Leben gerufen, das Informanten bei nützlichen Hinweisen finanziell belohnt.

Quelle: Kanzlei Hagens Berman

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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