Obwohl Valve den Verkaufsstart der Steam Machine mit einem neuen Reservierungssystem gegen Scalper abgesichert hat, tauchen bereits wenige Tage nach Beginn der Einladungswelle erste Angebote auf eBay auf. Statt des Mini-PCs selbst verkaufen viele Anbieter allerdings lediglich ihre Reservierung – und verlangen dafür teils fast das Dreifache des offiziellen Verkaufspreises.
Da die ersten Geräte noch gar nicht ausgeliefert wurden, handelt es sich bei den meisten eBay-Angeboten nicht um sofort verfügbare Steam Machines. Stattdessen verkaufen die Anbieter ihre Kaufberechtigung beziehungsweise ihren Platz im Reservierungssystem. Für Käufer bedeutet das ein zusätzliches Risiko: Sie sind darauf angewiesen, dass der Verkäufer den Bestellprozess erfolgreich abschließt und die Konsole anschließend tatsächlich weiterleitet. Anders als beim Kauf eines bereits verfügbaren Produkts besteht somit eine zusätzliche Unsicherheit.
Die Preisaufschläge fallen entsprechend hoch aus. Für das 512-GByte-Modell, das Valve in den USA offiziell für 1049 US-Dollar anbietet, verlangen Verkäufer derzeit zwischen 1364 und rund 2800 US-Dollar – letzteres immerhin mit dem ebenfalls kaum erhältlichen Steam Controller. Noch teurer wird es beim 2-TByte-Modell. Hier reichen die aktuellen Angebote von etwa 2399 bis knapp 2900 US-Dollar – teilweise deutlich mehr als das Doppelte der unverbindlichen Preisempfehlung.
Ob diese Summen tatsächlich gezahlt werden, bleibt allerdings abzuwarten. Erfahrungsgemäß spiegeln Angebotspreise auf Plattformen wie eBay nicht zwangsläufig die später erzielten Verkaufspreise wider.
Mit der Steam Machine verfolgt Valve bewusst einen anderen Ansatz als viele Hardware-Hersteller bei früheren Konsolen- oder Grafikkarten-Releases. Anstelle eines klassischen „First Come, First Served“-Verkaufs konnten Interessenten sich über mehrere Tage registrieren. Anschließend werden Einladungen zum Kauf schrittweise und nach einem Zufallsprinzip verschickt. Dadurch sollen Bots, automatisierte Bestellsysteme und Nutzer mit besonders schnellen Checkout-Prozessen keinen entscheidenden Vorteil erhalten.
Zusätzlich führte Valve mehrere Teilnahmebedingungen ein und verlangt für die Reservierung einer Steam Machine ein Steam-Konto in gutem Zustand und mindestens einen Steam-Kauf vor dem 27. April 2026. Zudem wird maximal eine Reservierung pro Haushalt erlaubt. Diese Hürden erschweren es professionellen Scalpern erheblich, große Stückzahlen zu sichern. Vollständig verhindern lässt sich ein Weiterverkauf einzelner Reservierungen allerdings nicht.
Neben den hohen Preisen gibt es noch einen weiteren Punkt, den potenzielle eBay-Käufer berücksichtigen sollten. Valve hat bereits bestätigt, dass die erste Produktionscharge mit einem einzelnen 16 GByte DDR5-Speichermodul ausgeliefert wird. Das System arbeitet damit zunächst im Single-Channel-Modus, was je nach Spiel und Anwendung leichte Leistungseinbußen gegenüber einer Dual-Channel-Konfiguration bedeuten kann.
Für spätere Produktionsläufe schließt Valve nicht aus, auf andere Speicherkonfigurationen umzusteigen, sofern die Versorgungslage dies zulässt. Wer ohnehin nicht zu den ersten Käufern gehört, könnte dadurch langfristig sogar von einer attraktiveren Hardware-Konfiguration profitieren. Allerdings erlaubt die Steam Machine SSD- und RAM-Upgrades, sodass Besitzer hier immerhin noch selbst Hand anlegen können.
Letzlich dürfte sich für die meisten Interessenten ein Kauf über eBay kaum lohnen. Neben den erheblichen Preisaufschlägen kommen zusätzliche Risiken hinzu, da lediglich eine Reservierung und keine sofort verfügbare Hardware verkauft wird. Wer Geduld mitbringt, dürfte mit späteren Reservierungswellen oder weiteren Produktionschargen deutlich besser fahren – und zahlt am Ende voraussichtlich auch den regulären Verkaufspreis.
Quelle: Tom's Hardware

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