Samsung Galaxy S III - Seite 2

Der neue König der Android-Smartphones?

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Design & Ausstattung

Samsungs Entscheidung für ein Gehäuse aus Polycarbonat erzeugte bereits vor Erscheinen des Galaxy S III eine Welle der Entrüstung. Ohne das Gerät jemals in Händen gehalten zu haben, sprachen sowohl potentielle Kunden als auch die Presse von einem „Plastik-Bomber“. Zwar ist die Verarbeitung bei weitem nicht so schlecht wie von einigen Skeptikern prognostiziert, im Vergleich mit anderen High-End-Modellen wie dem HTC One X bleibt das S III allerdings in der Tat hinter den Erwartungen zurück. Auch das One X setzt auf ein Gehäuse aus Kunststoff, nutzt aber eine solidere Unibody-Konstruktion. Der Hochglanz-Rücken des S III wirkt dagegen wenig vertrauenerweckend und verleitet schnellstens dazu, eine passende Schutzhülle zu bestellen. Man hat nie das Gefühl, wirklich den sicheren „Grip“ zu haben und Fingerabdrücke erkennt man aufgrund des spiegelnden Materials bereits aus Entfernung. Hier liegt der direkte Vorgänger – das S II – mit seiner raueren Rückseite klar vorne – sowohl was die Haptik als auch die Optik angeht.

Auch der Home-Button gibt einem das Gefühl, gerade da man damit im Alltag allzu oft den wichtigen Task-Manager aufrufen wird, nicht unbedingt für die Ewigkeit konstruiert zu sein. Etwas fummelig ist auch die Bedienung des eigenwilligen Lautstärkereglers. Jeweils rechts und links des Home-Buttons setzt Samsung Touch-Sensortasten für Menü-Aufrufe und eine „Zurück“-Option ein. Deren Beleuchtung lässt sich komfortabel den eigenen Bedürfnissen anpassen – genau wie die der LED-Status-Lampe, die, wie bereits angedeutet, bei schwachem Akku, neuen E-Mails oder Updates in verschiedenen Farben blinkt. Weiterhin fallen der Kopfhörer-Anschluss an der Gehäuseoberkante und der mini-USB-Anschluss an der Unterseite auf – leider kommen beide ohne Abdeckungen daher.


Geöffnete Rückseite des S III

Sieht man von den beschriebenen Mankos des Gehäuses ab, setzt das S III einige nette Akzente: Der Quasi-Metall-Rahmen um das äußerst flache Smartphone fühlt sich wertig an und macht das Gehäuse optisch etwas hochwertiger. Außerdem erkauft sich Samsung mit seinem Gehäuse das geringe Gewicht von nur 133 Gramm, so dass man im Gegensatz zum Galaxy Note nie das Gefühl hat, ein Beinahe-Tablet in der Hand zu halten. Überhaupt ist erstaunlich, wie angenehm das 4,8-Zoll-Display im Alltag ist. Hat man es einmal ein paar Stunden genutzt, kommen einem 3,5-Zoll-Bildschirme wie Relikte aus der Steinzeit vor. Dies liegt auch daran, dass Samsung nur einen verhältnismäßig schmalen Rahmen um das Display lässt und die Oberfläche damit im Vergleich mit kleineren Modellen nicht so stark zunimmt, wie vielleicht zu vermuten gewesen wäre.

Das abgerundete Design des S III wird in der Realität ebenfalls Freunde finden: Es wirkt organischer als das eher klobige Gehäuse des S II. Bei der weißen Variante stechen allerdings die Sensoren und Kameras besonders deutlich hervor, was man aber auch als gewollte Akzente sehen kann.
Im Betrieb heizt sich das S III übrigens deutlich weniger auf als noch das S II und eignet sich damit für Spiele-Sessions besser.
Multimedia-Liebhaber freuen sich über SDXC-Unterstüzung: Wir haben eine 64-GByte-Speicherkarte der Firma SanDisk getestet, welche sofort erkannt wurde – nicht einmal eine Neuformatierung war nötig. Zusammen mit den 16 GByte internem Speicher sollten damit selbst bei absoluten Film- und Musikliebhabern keine Speicherplatzprobleme mehr auftreten.
Als SIM dient eine micro-SIM. Wer noch eine mini-SIM im Einsatz hat, muss seine Karte entweder selbst zurechtschneiden, im Geschäft ausstanzen lassen oder bei seinem Vertragspartner ein neues Modell anfordern.

Der im Gegensatz zum Gehäusematerial bereits im Vorfeld gelobte Akku mit stolzen 2100 mAh befeuert nicht nur das große Display. Schaltet man allerlei Zusatzfunktionen wie Bluetooth, GPS und die Frontsensoren ab, ermöglicht er aufgrund seiner hohen Kapazität tatsächlich Laufzeiten von fast zwei Tagen – wenn keine längeren Multimedia- oder Spiele-Sitzungen anstehen. Da hat Samsung im Vergleich zum gierigen S II gehörig nachgebessert und hoffentlich einen neuen Trend eingeläutet.

André Westphal

Redakteur

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