Crucial BX300 480GB im Test - Seite 2

Einsteiger-SSD mit 3D-NAND und SLC-Cache

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Crucial BX300 480 GB im Detail

Der Lieferumfang besteht neben der Crucial BX300 aus einem Aktivierungskey für die Software „Acronis True Image HD“ und einem Spacer. Damit lässt sich die 7 mm flache SSD auf eine Höhe von 9,5 mm bringen, was vor allem für Notebooks interessant ist.

Erstmals seit langem setzt Crucial wieder auf ein geschraubtes Gehäuse. In den letzten Jahren hat Crucial ausschließlich die zusammengeklippte Variante verwendet. Davon abgesehen ist das Aluminiumgehäuse wie gewohnt sehr stabil, robust und gut verarbeitet.

Crucial BX300

Crucial BX300

Während Crucial bei der BX200-Serie auf ein Modell mit 120 GByte verzichtet hat, kommt dieses bei der neuen Serie wieder zurück. Stattdessen fällt die 960-GB-Version weg. Dieses Vorgehen dürfte vermutlich durch die gestiegenen Preise begründet sein, denn SSDs sind teurer als noch im Jahr 2016. Wie bei der BX-Serie üblich wird auf weitere Formfaktoren verzichtet. Die BX300 erscheint ausschließlich im klassischen 2,5-Zoll-Format, M.2-Varianten sind bei der Crucial MX300 zu finden.

Ein Blick auf die technischen Daten zeigt auf, dass Crucial von der schlechten Schreibperformance der BX200 gelernt hat. Anstatt TLC-NAND, wie bei der BX200, kommt MLC-3D-NAND mit 32 Layern zum Einsatz. Darüber hinaus wurde der Pseudo-SLC-Cache deutlich vergrößert. Dahinter verbirgt sich ein Zwischenspeicher für Schreiboperationen, welcher für höhere Schreibraten sorgen soll. Die Daten werden anschließend vom SLC- in den MLC-Speicher geschrieben.

Eine weitere Neuerung ist der verbaute SM2258-Controller von Silicon Motion (SMI). Dabei handelt es sich um eine leicht verbesserte Variante des SM2256-Controllers aus der BX200 mit etwas höheren sequentiellen Transferraten. Crucial gibt diese mit bis 555 MByte/s lesend und bis 510 MByte/s schreibend an. Bei den IOPS verspricht man bis zu 95.000 beim Lesen und bis zu 90.000 IOPS beim Schreiben. Obwohl der Controller hardwareseitige Verschlüsselungsfunktion unterstützt, muss bei der BX300 darauf verzichtet werden. Die Verschlüsselung wurde nicht in die Firmware implementiert und bleibt der größeren MX300-Serie vorbehalten.

Ein Blick ins Innere der SSD zeigt auf, dass die 480-GB-Version mit acht Flash-Chips der Bezeichnung „7GB2D NW818“ ausgestattet ist. Die Flash-Chips bestehen jeweils aus zwei NAND-Dies, die wiederrum 256 GiB groß sind. Insgesamt kommt die SSD damit auf einen Speicherplatz von 512 GiB ( 8 x 2 x 32 GiB). Abzüglich des Overprovisionings stehen dem Endanwender 480 GByte zur Verfügung.

Auf dem rechten Bild sind der SM2258-Controller und der 512 MByte große DDR3-Cache zu erkennen.

Die größte Version der BX300 besitzt eine Lebensdauer von 160 TBW, was auf die dreijährige Garantiezeit rund 150 GByte pro Tag entspricht.

Die Crucial BX300 mit 480 GByte ist aktuell ab 150 Euro (Amazon) erhältlich. Der Preis pro Gigabyte beläuft sich auf ca. 31 Cent. Bei den derzeitigen Preisen ist das kein schlechter Einstiegswert. Die BX300 befindet sich damit bereits jetzt bei den günstigsten SSDs im Markt, die ab rund 140 Euro für 480 GByte beginnen. Ein sehr starker Konkurrent ist die MX300 mit 525GB aus eigenem Haus, da diese bereits ab ca. 145 Euro erhältlich ist.

Crucial BX300 Lineup
Hersteller
Produktname
Crucial
BX300
Herstellnummer CT120BX300SSD1 CT240BX300SSD1 CT480BX300SSD1
Kapazität 120 GByte 240 GByte 480 GByte
Formfaktor 2,5 Zoll (7 mm)
Interface SATA 6.0 Gbit/s
Controller Silicon Motion SM2258, 4 NAND-Channel
Cache 256 MB Micron DDR3 DRAM 512 MB Micron DDR3 DRAM
SLC-Cache 4 GByte 8 GByte 16 GByte
Flashspeicher Micron MLC NAND (3D, 32 Lagen)
seq. Lesen bis 555 MByte/s
seq. Schreiben bis 510 MByte/s
Random Read 4KB QD32 bis zu 45.000 IOPS bis zu 84.000 IOPS bis zu 95.000 IOPS
Random Write 4KB QD32 bis zu 90.000 IOPS
TRIM ja
Verschlüsselung keine
MTBF 1,5 Mio. Stunden
Herstellergarantie 3 Jahre
Haltbarkeit 55 TBW 80 TBW 160 TBW
Preis pro GByte 0,50 Euro 0,38 Euro 0,31 Euro
Preis (29.08.2017) ab ca. 60 Euro ab ca. 90 Euro ab ca. 150 Euro

Tobias Rieder

Arbeitet seit September 2008 als freier Redakteur für Hartware.net. Nebenbei betreibt er seine beiden Blogs Antary und SSDblog.

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4 Antworten

  1. Staubwedel sagt:

    Was mir fehlt ist ein Test mit wirklichen Datenmengen. Das Problem der ganzen Pseudo-SLC-Cache-Dingern ist der starke Abfall der Schreibrate bei größeren Datenmengen. Da unterscheiden sich die SSDs teilweise sehr deutlich. Man denke an die BX200, die dann nicht mal 70MB/s schafft

  2. Staubwedel sagt:

    Danke dir 🙂

    Nur bin ich mir nicht ganz sicher ob man da einen ähnlichen Trick wie bei der Toshiba Q-Serie anwendet. Dort hat man alle NANDs im SLC-Modus beschrieben, wenn alle ersten Bits voll waren hat man angefangen alle NANDs neu zu beschreiben um das 2. Bit auch zu nutzen. Da er dann die aktuell kommenden Daten schreiben muß und dazu jedes 1. Bit wieder auslesen und alles neu schreiben muß wurde es dann richtig langsam.
    Dann brach die Speed nach der Hälfte der Kapazität von über 450MB/s auf unter 100MB/s ein.

    Wenn Crucial da jetzt einen ähnlichen Trick einsetzt müßte man -weil es TLC ist- mindestens über 1/3 der Gesamtkapazität beschreiben um das rauszufinden

    • Nein keine Angst, das ist hier nicht der Fall. Crucial setzt hier auf einen festen SLC-Cache, d.h. es wird immer derselbe NAND im SLC-Modus betrieben. Aus diesem Grund fasst die SSD auch nur 480 GByte, da der NAND für den SLC-Modus von der normalen Kapazität wegfällt (neben dem Overprovisioning natürlich). Außerdem setzt Crucial bei der BX300 nicht auf TLC, sondern auf MLC-NAND 😉
      Abgesehen davon, wie oft schreibst du 100 GByte oder mehr am Stück?

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